Rechtliche Hilfe und Vertretung

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Berufshaftpflicht ist keine Rechtsschutzversicherung

Wer hilft im konkreten Fall?


«Guten Tag, ich habe Probleme mit einem Untermieter, er hält sich nicht an die vertraglichen finanziellen Verpflichtungen. Ich habe bei Ihnen die Berufshaftpflichtversicherung».

Etwa so ist oft die Ausgangslage bei eingehenden Anrufen, natürlich mit unterschiedlichen Problemen. Nebst dem Untermieter können dann oft auch der Vermieter, Lieferanten, Kunden etc. zum Thema werden. Aber alle haben etwas gemeinsam:

Es ist nicht Sinn und Aufgabe der Berufshaftpflichtversicherung, generelle rechtliche Streitigkeiten zu lösen. Dafür gibt es die Berufsrechtsschutzversicherung.

Aber erst einmal schön der Reihe nach:

Berufshaftpflicht

Die Berufshaftpflicht ist Ihre Absicherung, wenn Sie bei der Ausübung Ihrer beruflichen Tätigkeit durch ein Versehen, Dritten einen Schaden zufügen.

Als Beispiel: Bei der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit verletzen Sie durch ein Missgeschick einen Patienten, eine Klientin. Diese/r verlangt Schadenersatz für den ihm/ihr dadurch entstandenen Schaden. Der Richter wird in einem «Zivilverfahren» klären, ob Ihnen ein Verschulden nachgewiesen werden kann und in welchem Umfang Sie Schadenersatz pflichtig würden.

In diesem Zivilverfahren werden Sie durch Ihre Berufshaftpflichtversicherung rechtlich vertreten. Es liegt dabei im ureigenen Interesse der Haftpflichtversicherung, Sie möglichst gut zu vertreten um auch für die Versicherung ein gutes Resultat zu bewirken.

Je nach Verschulden (Fahrlässigkeit, grobe Fahrlässigkeit) wird der Richter im Anschluss an das Zivilverfahren ein «Strafverfahren» eröffnen. Hier geht es nicht mehr um die Schadenersatzpflicht, sondern lediglich noch um die Bestrafung des Schuldigen in Form von Busse, Entzug einer Ausübungsbewilligung oder gar Gefängnis.

Solange es sich im konkreten Fall um ein versichertes Berufshaftpflicht-Ereignis handelt, geniessen Sie durch Ihre Berufshaftpflichtversicherung gleichzeitig einen Rechtsschutz im Strafverfahren. Das heisst, die Experten der Rechtsschutzversicherung werden versuchen, eine für Sie minimale Strafe auszuhandeln. – Und an diesem Punkt ist die Limite der Rechtsschutz- in Ihrer Berufshaftpflichtversicherung erreicht.

Rechtsschutz

Für alle übrigen rechtlichen Streitigkeiten ist eine Rechtsschutzversicherung zuständig.

Bereiche, die regelmässig Streitigkeiten verursachen können, sind: Schadenersatz (Sie gegenüber Dritten), Internet, «Überarztung» (d.h. wenn im Vergleich zu Ärzten/Therapeutinnen mit ähnlicher Praxistätigkeit überdurchschnittliche Kosten generiert werden), Versicherungen, Mitarbeiter, Miete, Verträge, Nachbarn, Eigentum oder Strassenverkehr.

Neben rechtlicher Vertretung in konkreten Fällen bietet eine Rechtsschutzversicherung generelle Beratung in rechtlichen Fragen.

Empfehlenswert ist ein Gesamtpaket «Privat und Beruf» beim gleichen Anbieter, denn so gibt es nie ein «Hin und Her» ob eine Angelegenheit privater oder beruflicher Natur ist.

Konklusion

Ist die Berufshaftpflichtversicherung ein absolutes Muss, so steht der Rechtsschutz als sinnvolle Ergänzung zur Seite.

Falls Sie mal gerichtlich gegen jemanden vorgehen müssten oder wollten und keine Rechtsschutzversicherung haben, müssen Sie die ganzen Verfahrenskosten im Voraus beim Gericht hinterlegen. Erhalten Sie dann vor Gericht Recht, aber der Schuldige ist zahlungsunfähig, erhalten Sie die Verfahrenskosten unter Umständen nie zurück. Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, ist dies nicht Ihr Problem.

Informationen zur Berufshaftpflicht- und Rechtsschutzversicherung finden Sie – hier

Für Fragen wenden Sie sich bitte direkt an unsere Partner von solution+benefit per E-Mail an info@solution-benefit.ch oder telefonisch unter 026 670 74 20.

Ralph Meyer

solution+benefit

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